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Joe Enochs
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Lars Toborg 
   

Lars Toborg
lars_toborg














©
www.viewimages.com 

Das Thema "Gewalt im Fußball" beinhaltet für mich mehrere Aspekte. Einerseits fällt mir direkt die Hooligang-Szene ein, also körperliche Gewalt unter den Fans bzw der Polizei.

Für mich als aktiver Sportler sind diese vermeindlichen Fans keine Leute, die wegen des Fußballs oder der eigenen Mannschaft ins Stadion kommen. Diese Problematik scheint mir-
ohne sie herunterspielen zu wollen- aber weitgehend in Deutschland "kontrolliert" zu sein.

Es wird immer wieder Menschen geben, die das Umfeld Stadion suchen, um dort ihre Aggressionen "auszuleben". Hier sollte meines Erachtens mit aller Schärfe vorgegangen werden, damit die große Mehrzahl der friedlichen Fans, ihren Stadionbesuch genießen können.

 

Ein für mich aber wichtigerer Punkt, ist der Respekt und das vernünftige Miteinander zwischen Spielern, Schiedsrichtern und Fans. Emotionen gehören im Fußball nun mal einfach dazu. Dies ist vielleicht auch der Hauptgrund, warum man sich ein Spiel seiner Mannschaft, ob nun Keis -oder Bundesliga, ansieht. Genauso verhält es sich doch auch für mich als Spieler. Gerade das Mitfiebern, die Freude oder auch das "Leid" als Zuschauer /Spieler bei Sieg oder Niederlage macht doch die Faszination Fußball aus. Für mich ist es immer ein Erlebnis, wenn man sich auf dem Platz in packenden Szenen und mit teilweise harten aber fairen Mitteln "duelliert", um sich dann aber nach dem Spiel die "Hand zu geben". Diese Einstellung von uns aktiven Spielern hat mit Sicherheit auch eine Signalwirkung auf die Zuschauer.
Das dieses möglich ist, hat ja nun auch nicht zuletzt die WM in Deutschland gezeigt, bei der gerade Werte wie Respekt und ein freundliches Miteinander trotz aller Rivalität vorhanden waren.


Joe Enochs
enochs_joe
© www.vfl.de 

Immer wieder kommt es heute im Fußball zu hässlichen Gewaltszenen auf dem Platz, auf den Rängen und außerhalb der Stadien. Es scheint, als gehören Gewalt, Beschimpfungen und Beleidigungen mittlerweile zum Fußball- Alltag.

Nun ist es an der Zeit, dass wir Fußballer mit gutem Beispiel voran gehen, und unsere Vorbildfunktion erfüllen. Ziel und Motto  des Fußballs sollte wieder sein „Wir schlagen unsere Gegner auf dem Platz und nicht auf der Tribüne“, wie es im TV-Spot „Stoppt Gewalt und Randale“ mit Spielern der Nationalmannschaft propagiert wird.

Ursächlich für die Gewaltanwendungen sind oft Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Wie in keinem anderen gesellschaftlichen Bereich werden gerade im Umfeld von großen Fußballereignissen offen 

fremdenfeindliche Parolen skandiert und rassistische Symbole zur Schau getragen. Auch wenn diese Aktionen nur von einem kleinen Kern ausgehen, scheint sich der latente Rassismus unserer Gesellschaft vor allem im Bereich Fußball zu manifestieren.
Es ist an der Zeit, dem Rassismus entgegenzutreten - dabei reicht es nicht aus, sich durch öffentliche Bekundungen gegen Rassismus auszusprechen - wir müssen in der Lage sein, auf diese Menschen einzuwirken.

Als Fußballer können wir nur eine Vorbildfunktion einnehmen, wenn wir uns selber gegenseitig Respekt zollen und andere Akzeptieren.
Rassismus auf dem Spielfeld beginnt dort, wo mein Gegenspieler mir sagt, ich solle erst einmal vernünftig deutsch lernen, wenn ich mit ihm sprechen möchte…

Wenn Akzeptanz und Respekt keinen wichtigen Stellenwert mehr einnehmen, ist der Schritt zur Gewaltanwendung nicht mehr weit - egal ob auf dem Spielfeld, den Zuschauerrängen oder rund um das Stadion.

Für den größten Teil der Fußballfans und Spieler ist Fußball jedoch immer noch die schönste Gelegenheit soziale Kontakte zu pflegen, miteinander umzugehen und auf unterschiedliche Kulturen zu treffen.


Bernd Heynemann heynemann_bernd

Viel wird diskutiert und geredet, wenn etwas passiert ist. Teilweise wird nach dem Staat gerufen und ein Gesetzeswerk angemahnt. Zur Zeit ist mal wieder das Thema „Gewalt im Stadion“ dran. Die Transporteure dieser Aktionen, die Medien, haben wieder voll zu tun. Dabei ist diese Gewalt nur punktuell, wenn man sich Woche für Woche den gesamten Spielbetrieb in Deutschland ansieht. Echte Fans stehen zu ihrer Mannschaft. Natürlich wird es, so wie in der Mannschaft selbst, immer Frustpotential geben. Aber es gibt viele Möglichkeiten dieses Potential ohne Gewalt abzubauen. „Fußball gegen Gewalt“ ist eine solche Möglichkeit, weit im Vorfeld und ohne im Fokus der Medien zu stehen, Mannschaften und Fans gewaltfrei zusammenzubringen. Im Vorfeld und im Nachgang der Spiele (nach dem Spiel ist vor dem Spiel!) ist eine

zielgerichtete Fanbetreuung und Anbindung an den Verein unbedingt wichtig. Gemeinsam sind sie stark: die Vereine und ihre Fans, und lassen Störern keine Chance. Dies gilt für alle Ebenen, von der Kreis- bis zur Bundesliga! Fanbeauftragte und noch mehr Verantwortungsübernahme durch die eigentlichen „Stars“, die Spieler selbst, sind eine gute Kooperation für den Sport und sein Umfeld. Deshalb kann ich solche Initiativen nur unterstützen und sie als Vorbild für andere weiterempfehlen.


 Daniel Thioune
thioune_daniel

Bevor es mir vergönnt war vor mehr als 10 Jahren „Profi“ zu werden, durfte ich einige Jahre wertvolle Erfahrungen in unteren Klassen sammeln. Ich habe den Fussball in der Bezirksklasse, Kreisliga und Kreisklasse erlebt und in jeder Liga bewundert, wie der Sport Menschen emotional verbindet. Was ich damit sagen möchte ist, dass es egal ist „WO“ gespielt wird, entscheidend ist das „WIE“.

Mittlerweile befinde ich mich im Spätsommer meiner aktiven Laufbahn und genieße jeden Tag an dem ich Fussball spielen darf. Teil eines Teams zu sein, gemeinsam Siege bejubeln, Niederlagen verarbeiten, Freundschaften schließen, andere Kulturen kennen lernen. Dieses sind nur einige Beispiele, die diesen Sport für mich persönlich ausmachen.

  © www.lrahlen.de

Aber was wäre der „Sieger“ ohne den „Verlierer“???

Sind es nicht gerade die negativen Erfahrungen, die uns stärker werden lassen?
Ist es nicht auch ein Zeichen von Stärke, der besseren Mannschaft zum Sieg zu gratulieren? Sich mit dem Ansporn, gegen ihn beim nächsten Mal zu gewinnen, zu verabschieden?

Da der Fussball in meinem bisherigen Leben eine große Rolle gespielt hat, kann ich die Fragen mit einem eindeutigen „JA“ beantworten. Es gab sicher Zeiten, in denen das auch anders war, so ehrlich muss ich sein.

Ab und zu schaue ich mir noch das eine oder andere Spiel in unteren Klassen an und verfolge jeden Montag die Berichterstattungen des regionalen Sports.
Zu meinem Erschrecken häuft sich immer mehr die Gewalt auf den Sportplätzen.
Gewalt gegenüber dem Gegner, dem Schiedsrichter und sogar von Handgreiflichkeiten untereinander ist die Rede.

Das sind nicht die Werte, die dieser Sport vermitteln soll. Jeder Sportler trägt Verantwortung. Verantwortung gegenüber dem Team, dem Gegner, dem Schiedsrichter, dem Zuschauer, etc. und vor allem sich selbst. Der Sport sollte Kulturen verbinden, wie wir es zur Genüge während der WM erfahren durften.

Gewaltfreier Sport und Fairplay sollte nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein!!!


Altin Lalaaltin_lala Fußball soll Gewalt abbauen, nicht zum Problemfall werden. Jede Aktion gegen Gewalt und Rassismus erhält meine persönliche und die Unterstützung des Vereins Hannover 96. Hannover 96 hat in den vergangenen Jahren bereits viele Projekte dazu durchgeführt. Permanent läuft die Aktion „96-Fans gegen Rassismus“, die das Team sehr befürwortet. Wir dürfen nicht müde werden Werte wie Akzeptanz, Freundschaft, Fairness und Mannschaftsgeist immer wieder in den Vordergrund zu stellen.

Peter Neururer
neururer
 









„Wir müssen allen Menschen Fairness und Respekt entgegen bringen.
Nicht zuletzt Arbeiten auch wir als Vorbilder der Jugendlichen und heranwachsenden. Das gilt sowohl in der Bundesliga als auch in der Kreisliga und besonders in der Gesellschaft.

Man muss soziale Kontakte auf und neben dem Platz fördern um den Gemeinschaftssinn wieder zu wecken und zu leben. Spieler sollten auf dem Platz alles geben, um mit fairen Mitteln zu Gewinnen."
   © Kreisel  
 
Uwe Brunnbrunn
 
"Für mich gab und es gibt es eigentlich immer nur das Motto: Hart aber fair,

Ich will damit folgendes sagen:  Als Torwart einer Fussballmannschaft ist man sicherlich immer mit voller Konzentration,
vollem Engagement und auch voller Anspannung und Härte bei der Sache.
Ich habe mich und meine Gegenspieler nie geschont, dennoch bin ich meinen Gegenspielern immer voller Respekt und Achtung entgegen getreten und habe immer hart, aber auch fair gespielt.

Ich halte es im heutigen schnellebigen Fussball für unverzichtbar, sauber und ordentlich miteinander umzugehen, und nicht mit Hass und Gewalt aufeinander einzuprügeln.
 
Das schöne am Fussball ist doch, dass man vorher nie weiss, wer das Spiel gewinnt und man lernt hier fürs Leben. Ich kann unvergessliche, tolle Momente erleben, aber auch sehr deprimierende Niederlagen erfahren.

Und beide Erfahrungen sind unbezahlbar: Ich lerne Teamgeist, Siegestaumel, gemeinschaftliche Siegesfeiern, aber auch Enttäuschung, Frustration und bei einer Niederlagenserie den Umgang mit Spott aus dem Umfeld.

Als Fazit habe ich mir folgendes hinter die Ohren geschrieben und bin immer bestens damit gefahren (das tue ich heute noch):

Man muss immer gegensteuern. Wenn mich alle Leute hochjubeln, muss ich am Boden bleiben, denn sonst falle ich schnell sehr tief.
Und wenn mich alle Leute aufgrund schlechter Leistung zum Teufel jagen wollen, dann muss ich dagegen ankämpfen und noch mehr investieren.

Wenn ich die Fernsehbilder und die Zeitungsberichte im Moment betrachte, mit den vielen Hasstiraden, Schlägereien und Disziplinlosigkeiten kann ich nur den Kopf schütteln, und diese Leute müssen dann auch wirklich für immer vom Fussballplatz verbannt werden.
Der Fussball ist unser liebstes Kind, und ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Wir alle müssen für unsere Jugend Vorbilder sein, und müssen auch die Schiedsrichter mit Haut und Haaren vor Übergriffen schützen.
Harte Zweikämpfe ja, auch ein Foul gehört zum Spiel, aber keine Amokläufe, oder Boxkämpfe.

Denn der Fussball ist und bleibt für mich auf jeden Fall die schönste (Neben)sache der Welt."
 
Christian Claaßenclaassen

"Ich spiele seit gut 30 Jahren Fußball, und das schönste daran ist für mich auch heute noch der Teamgeist und der mannschaftliche Zusammenhalt, bei dem jeder seine individuellen Stärken für das Team einsetzen kann, so dass man erfolgreich ist. Der große Unterschied zu Einzelsportarten ist hierbei die Kunst, aus jedem Spieler die effektivsten Fähigkeiten für den Erfolg der Mannschaft herauszuholen, denn jeder hat andere Qualitäten.


Es hat sich jedoch in den letzten Jahren gerade im Bereich der Kameradschaft und der Hierarchie eines Teams etwas verändert. Die Spieler (gerade in den höheren Spielklassen) sind privat nicht mehr so eng miteinander verbunden, so dass ein echter Zusammenhalt selten zustande kommt.

Wenn ich an die Zeit beim VFL Osnabrück zurückdenke, haben wir auch oft nach dem Training oder nach einem Spiel Zeit miteinander verbracht, und es herrschte ein echter Teamgeist, den ich heute oft bei einer Mannschaft vermisse, gerade wenn es mal nicht so gut läuft.

Vielleicht spiegelt das auch die Entwicklung in der heutigen Gesellschaft wieder, in der jeder nur auf sich konzentriert ist und nicht nach links oder rechts guckt.

Zur Gewalt in den Stadien oder gar zu rassistischen Ausrastern kann ich nur sagen, dass diese Parolen meistens von einzelnen Idioten in diesen Sport gebracht werden, die den Fußball als Plattform benutzen und auch einmal auffallen wollen. Auf dem Platz fliegen auch schon mal die Fetzen, und es geht auch mal hart zur Sache, jedoch sollte man nie den Respekt vor dem Gegner oder dem Schiedsrichter verlieren, denn auch oder gerade Fußball ist Sport, der Spaß und Freude für alle Beteiligten bringen soll. Zusätzlich sind unsere Kinder so begeistert von diesem Sport, dass man die Vorbildfunktion beim Verhalten auf dem Platz nicht unterschätzen sollte. Alles andere hat hierbei nichts zu suchen, und das sehen alle Fußballer so, da bin ich mir sicher!"

Uwe Rapolder  rapolder

"Die Gewaltbereitschaft in Deutschland nimmt zu, Alarmsignale gibt es ständig, vor allem bei Heranwachsenden.
Leider macht diese Entwicklung auch vor dem Fussball nicht halt. Dieser Tendenz müssen wir schnell und energisch entgegenwirken. Aufgefordert sind wir alle. Jeder muss in seinem engsten Umfeld für Respekt und Friedfertigkeit einstehen. Gerade unsere Jugendtrainer müssen wissen, dass es wichtigere Werte gibt als den Erfolg, nämlich die Regelung des menschlichen Miteinanders.
Wir, die Bundesligaprofis und -trainer haben dabei, auch durch unsere öffentliche Wirkung, eine Vorbildfunktion einzunehmen. Ich selbst war in früheren Zeiten öfters auf die Tribüne verwiesen worden, seit längerem nun schon nicht mehr.
Dies soll auch so bleiben. Respekt vor Mitspielern, Gegnern und Schiedsrichtern, das ist die oberste Maxime."
 
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